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Niederländische Barockmusik

In Programmen barocker Kammermusik werden leider selten die niederländischen Komponisten berücksichtigt, dabei hatte die Republik der Vereinigten Niederlande (von Brügge bis Maastricht, von Groningen bis Mons) ein reiches Konzertleben zu bieten.

Bis heute einer der berühmtesten Vertreter dieser Zeit ist Jacob van Eyck. Seine Werke für eine solistische Blockflöte zeigen eindrucksvoll die musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten dieses leider häufig nicht ausreichend geschätzten Instruments.

Carolus Haquart erlebte seine umfangreichste Schaffenszeit in Amsterdam und Den Haag, wo er als Gambist komponierte, konzertierte und unterrichtete. Auch von Willem de Fesch, geboren in Amsterdam, lange als Kapellmeister in Antwerpen tätig, sind Sonaten für Blockflöte und Basso continuo überliefert.

Ein wie Blockflöte und Viola da Gamba beliebtes Instrument in der niederländischen Barockmusik war die Laute. Sie wurde als Continuoinstrument eingesetzt, aber es gibt auch wunderschöne Kompositionen für Laute als Soloinstrument. In unserem Programm stellen wir ein Werk von Nicolas Vallet vor, einem Komponisten, der ab 1613 in Amsterdam wirkte.  

 

Ausführende
Kent Pegler von Thun – Blockflöten
Susanne Horn – Violen da Gamba
Ulf Dressler – Laute

BROKEN CONSORT

Im England des späten 16. Jahrhunderts gab es in vielen Haushalten die unterschiedlichsten Instrumente und es gehörte zum guten Ton, dass man Flöte, Laute, Geige oder Gambe spielte. So wurden diese Instrumente entweder in „Familien“ von Sopran bis Bass, analog zur menschlichen Stimme, gespielt, oder man kombinierte die verschiedenen Blas-, Streich- und Zupfinstrumente miteinander. In unserem Programm BROKEN CONSORT können sie Flöten, Dulziane, Posaune, Violine und Gambe sowie Laute hören.
Es erklingt Musik von Thomas Morley, John Cooper u.a.

Ausführende
CONCERTINO SCHLESWIG-HOLSEIN
Elke Holm – Renaissance-Blockflöten
Thomas Rink – Dulziane und Renaissance-Blockflöten
Michael D. Müller – engmensurierte Posaune
Bethany Webster-Parmentier – Barockvioline
Thomas Petersen-Anraad – Viola da Gamba
Gero Parmentier – Laute

„Douce mémoire“ – HÖFISCHE UNTERHALTUNGSMUSIK

In unserem kammermusikalischen Programm wollen wir Ihnen verschiedene Violen da Gamba, Lauten und Theorben nun einmal ausführlich vorstellen. Im Zeitalter des Barock waren dies die bei Hofe die meist genutzten Instrumente. Wir wollen hören, was an verspielten Klängen in müßigen Stunden erklang und wollen erahnen, wie gut die musizierenden Laien aus Adelskreisen gewesen sein müssen, wenn sie solche „Gebrauchsmusik“ beherrschten.

Die Besonderheiten der Instrumente und ihre Geschichte möchten wir Ihnen im Laufe des Konzerts mit kurzen Beiträgen vorstellen.

Das Außergewöhnliche an diesem Programm ist sicher auch der optische Genuss durch die unterschiedlichen Saiteninstrumente, die eingesetzt werden. In der Konzertpause besteht Gelegenheit, sich die Instrumente genauer zu betrachten.

Auszug aus dem Programm:
Douce mémoire (Diego Ortiz): Diskant-Viola da Gamba, 6-chörige Laute, Colascione
Recercada seconda (Diego Ortiz): Bass-Viola da Gamba, Colascione, Guitarre
Zwei Duette  für Vihuelaero
Sonate premiere (Monsieur Marc): Diskant-Viola da Gamba, Arciliuto, Colascione
zwei Lautenduos (Johann Herman Schein)

Ausführende
Gero Parmentier und Ulf Dressler – Laute, Theorbe, Vihuela, Colascione
Susanne Horn – Violen da Gamba

AUS DER TIEFEN RUFE ICH ZU DIR

Im März wollen wir Ihnen die berühmte Kantate „Aus der Tiefe rufe ich zu Dir“ von Johann Sebastian Bach in kammermusikalischer Besetzung sowie verschiedene Motetten und das Oboenkonzert von Marcello vorstellen.

Ausführende sind

Carola Jäckel, Melanie Queitsch – Sopran
Angelika Henschen, Sabine Franck – Alt
Michael Schwarz, Dietmar Steenbuck – Tenor
Martin Hackbarth, Jochen Willrodt – Bass

CONCERTINO SCHLESWIG-HOLSTEIN

Margot Simon – Oboe
Thomas Rink – Fagott
Carla Linné – Violine
Bethany Webster-Parmentier – Violine und Viola
Cornelia Kempf – Viola
Thomas Petersen-Anraad – Violoncello
Susanne Horn – Violone
Gero Parmentier – Laute
Jürgen Henschen – Orgelpositiv

Programm

Johann Michael Bach – Halt, was du hast
Johann Sebastian Bach – Komm, Jesu, komm, BWV 229
– Ich lasse dich nicht
– Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir
Alessandro Marcello – Oboenkonzert d-Moll
Antonio Lotti – Crucifixus

UNSER VATER IN DEM HIMMEL

Im Zentrum der ersten beiden Konzerte des Jahres 2020 steht Johann Sebastian Bachs BWV 230 „Lobet den Herrn, alle Heiden“ mit vollem Basso continuo außerdem erklingt Johann Christoph Friedrich Bach „Ich lieg und schlafe“. Weiter werden wir noch von Gottfried August Homilius „Unser Vater in dem Himmel“ zu Gehör bringen. Diese Vokalwerke werden ergänzt mit Orgelmusik von Nicolaus Bruhns und einer Triosonate von Pierre Prowo für Blockflöte, Diskant-Viola da Gamba und Basso continuo.

Die Ausführenden sind:
Der NICOLAUS-BRUHNS-CHOR – Leitung und Orgel: MALTE WIENHUES
Susanne Horn – Diskant-Viola da Gamba und Violone
Thomas Petersen-Anraad – Barockvioloncello und Bass-Viola da Gamba
Thomas Rink – Barockfagott und Blockflöte in f‘
Jürgen Henschen – Orgelpositiv

Nicolaus Bruhns – Gesamtwerk für Orgel

Am 30. November wird  Malte Wienhues um 17 Uhr in der Schwabstedter Kirche St. Jakobi das Gesamtwerk für Orgel des bedeutenden Barockkomponisten Nicolaus Bruhns spielen.

Nicolaus Bruhns lebte von 1665 bis 1697 und wurde in Schwabstedt geboren und getauft. Nach seiner Ausbildung durch Dieterich Buxtehude in Lübeck wurde er schließlich Kantor der Husumer Stadtkirche St. Marien, die damals noch bedeutend größer war als heute. Seinem frühen Tod und der spärlichen Überlieferung ist es geschuldet, dass nur wenige Werke von ihm überliefert wurden, darunter fünf Orgelwerke, die auch Bach gekannt, studiert und sehr geschätzt hat. Stilistisch sind die Werke der norddeutschen Orgelschule zuzuordnen, geprägt vom Stylus Phantasticus, einer interpretatorisch wirkenden Spielweise, sehr abwechslungsreich und vor allem emotional.

Während Malte Wienhues sich unter anderem mit dem Nicolaus-Bruhns-Chor Husum bemüht, diesen Komponisten wieder bekannter zu machen als weiteren wichtigen Husumer, wird er nun ergänzend am 30. November sein Orgel-Gesamtwerk in Bruhns‘ Taufkirche aufführen. Auch wenn die Orgel selbst neueren Datums ist, so ist sie für die Musik gut geeignet, und Teile des Orgelprospektes sind sogar noch original aus der Barockzeit.

Der Eintritt ist frei, Spendeneinnahmen gehen zugunsten weiterer musikalischer Projekte.

BACH & Co.

BACH & Co.

Johann Sebastian Bach gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Menschheit. Vermutlich ist er sich seiner eigenen Meisterschaft bewusst gewesen, dennoch zeugt seine Äußerung, durch Johann Nikloaus Forkel überliefert, „ich habe fleißg seyn müssen“, von einer gewissen Bescheidenheit. Und wir wissen, dass Bach viele seine Kollegen hoch geschätzt hat.
In unserem Sommerkonzert nun erklingen neben dem unglaublichen Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 für zwei Violinen, weitere Stücke von Kollegen „…& Co.“ Mit Georg Philipp Telemann war Bach befreundet; der Magdeburger Meister war der Patenonkel vom zweitältesten Sohn Carl Philipp Emanuel. Kompositionen und musiktheoretische Schriften von Georg Muffat kannte Bach und Johann Joseph Fux „Gradus ad parnassum“ hatte Johann Sebastian selbst in seinem Besitz. Johann Pachelbels Orgelwerke dürfte vor allem den jungen Bach beeinflusst haben, und so sollten Kanon und Gigue in D vom Nürnberger Kollegen in diesem Programm nicht fehlen.

Zu hören sind u.a. das bekannte Doppelkonzert von Johann Sebastian Bach aber auch das leider selten aufgeführte Konzert für Blockflöte, Viola da Gamba, Streicher und Basso continuo.

Ausführende
Paul Bialek, Britta Gemmeker, Bethany Webster-Parmentier, Mareike Horn – Violine
Cornelia Kempff – Viola
Thomas Rink – Fagott und Blockflöte
Thomas Petersen-Anraad – Barockcello und Violone
Susanne Horn – Viola da Gamba und Violone
Peter Uehling – Cembalo

KAMMERKONZERTE DES BAROCK

Neben den Solo-, Doppel- und Tripelkonzerten sowie der Form des Concerto grossos waren Konzerte in kammermusikalischer Besetzung im 18. Jahrhundert sehr beliebt. Außer von Antonio Vivaldi und Gerog Philipp Telemann, die ein unglaublich reichhaltiges Œuvre in verschiedenen kleinen Besetzungen hinterlassen haben, gibt es zahllose Beispiele, einige davon möchten wir vorstellen. Aus der Sammlung Opus 8 von John Christopher Pepusch haben wir im Programm MERRY OLD ENGLAND schon zwei Beispiele präsentiert, aber ein weiteres wird jetzt folgen. Außerdem wollen wir Konzerte von Ferdinando Lizio – für Fagott, von Robert Valentine – für Blockflöte und von George Frederic Handel – für Cembalo (oder Orgel oder Harfe) und vor allem von Robert Woodcock für ZWEI !!! sixth flutes vorstellen. Hier an dieser Stelle sei schon einmal ganz herzlich unserem wunderbaren Flötenbauer Ralf Netsch gedankt, der diese kleinen, wunderschönen Instrumente nach dem Original von Thomas Stansby aus der Sammlung Frans Brüggens gebaut hat und die wir mit großer Freude in den Woodcock-Concerts einsetzen werden.

 

GOTTORF UND ITALIEN

Neben der „Erfindung“ des Generalbasses emanzipierte sich um 1600 die Instrumentalmusik, und schon früh entstanden, vor allem in Italien, Solo- und Triosonaten sowie, überwiegend in England, fünfstimmige Ensemble-Musik. Diese Gattungen sollten stilbildend für die nächsten 150 Jahre bleiben. In unserem Programm „GOTTORF UND ITALIEN“ wollen wir gerne Werke aus Mantua, Rom und  Venedig vorstellen, aber auch zeigen, wie Werke in so einer Besetzung speziell in Gottorf von Johann Sommer und William Brade klangen.

Wir verwenden Renaissance-Blockflöten (in Sopran- und Tenor-Lage), Barockvioline und Dulziane (Alt- und Bass-Instrumente) außerdem Laute und Orgel. So können wir einerseits die vier- und fünfstimmige Ensemble-Musik und andererseits auch die virtuosen Solo- und Triosonaten des frühen 17. Jahrhunderts interpretieren.

Das CONCERTINO SCHLESIWG-HOLSTEIN spielt in der Besetzung
Elke Holm – Renaissance-Blockflöten
Bethany Webster-Parmentier – Violine
Thomas Rink – Dulziane
Gero Parmentiert – Laute
Malte Wienhues – Orgel

concert royal

Die Konzertsommer in Brodersby sind nun über Jahre hinweg eine liebgewordene Tradition geworden. In der kleinen Kirche finden jedes Jahr Konzerte unterschiedlichster musikalischer Stilrichtungen statt.

Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr auch das Abschusskonzert mitgestalten zu dürfen. Wer einmal eines dieser Konzerte besucht hat weiß, dass hier eine besondere Nähe zwischen Musikern und Publikum entsteht.

In diesem Programm entführen wir Sie in die Welt des französischen Barock. Die vielen Zuhörern bereits als hervorragende Oboistin bekannte Eva Endel wird auch ihr Können auf der Blockflöte beweisen.

Programmauszug:  

Francois Couperin : 9. Concert Royal für Blockflöte und Basso continuo
Louis Caix d´Hervelois : aus der II Suitte für Viola da Gamba und Basso continuo 
Francois Chauvon : 10. Suite für Oboe und Basso continuo           

Ausführende

Eva Endel – Barockoboe und Blockflöte
Susanne Horn – Viola da Gamba
Gero Parmentier – Laute und Theorbe